Osaka trägt den Spitznamen „Tenka no Daidokoro“, die Küche der Nation. Seit Jahrhunderten war die Stadt ein Handelszentrum, in dem Reis und Lebensmittel aus ganz Japan zusammenkamen. Ein bekanntes Sprichwort lautet „Kuidaore“, was so viel bedeutet wie: sich durch Essen ruinieren. Die Menschen in Osaka gelten als offener, lauter und humorvoller als in Tokio. Wer gutes Essen und ein lebendiges Nachtleben sucht, ist hier genau richtig. Klassische Sehenswürdigkeiten und Tagesausflüge findest du in unserem Beitrag über die Schönheit von Osaka.
Die Spezialitäten von Osaka
Takoyaki
Takoyaki sind Teigbällchen mit einem Stück Oktopus, in speziellen Pfannen mit halbkugelförmigen Mulden gebacken. Sie werden mit Sauce, Mayonnaise, Bonitoflocken und Seetang serviert. Vorsicht: Innen sind sie sehr heiß.
Okonomiyaki
„Okonomi“ bedeutet „was du magst“. Der herzhafte Pfannkuchen aus Teig, Weißkohl und Zutaten wie Schweinebauch, Garnelen oder Käse wird auf einer heißen Platte gebraten. In vielen Lokalen bereitest du ihn an deinem Tisch selbst zu.
Kushikatsu
Frittierte Spieße mit Fleisch, Gemüse, Käse oder Meeresfrüchten. Das Viertel Shinsekai ist berühmt dafür. Die wichtigste Regel: Die gemeinsame Sauce nur einmal dippen, nicht nach dem Abbeißen.
Weitere Klassiker
- Kitsune Udon: Udon-Nudeln mit süß gekochtem Tofu, angeblich in Osaka erfunden
- Butaman: Gedämpfte Schweinefleischbrötchen, etwa von 551 Horai
- Kani: Krabbe in vielen Varianten, Kani Doraku mit der riesigen Krabbe an der Fassade ist ein Klassiker
- Fugu: Kugelfisch, nur von lizenzierten Köchen zubereitet
- Horumon: Gegrillte Innereien
- Oshizushi: Gepresstes Sushi aus dem Kansai-Gebiet
Dotonbori
Dotonbori am gleichnamigen Kanal ist das Food- und Neonzentrum Osakas. Riesige Werbetafeln, mechanische Krabben, Oktopusse und Drachen hängen an den Fassaden. Das bekannteste Fotomotiv ist der Glico-Läufer an der Ebisu-Brücke. Entlang des Kanals reihen sich Takoyaki-Stände, Ramen-Läden und Restaurants. Am Abend ist Dotonbori am stimmungsvollsten, auch eine kurze Bootsfahrt auf dem Kanal ist möglich.
Kuromon-Markt
Der Kuromon Ichiba ist ein rund 600 Meter langer überdachter Markt. Hier gibt es frisches Sushi, gegrillte Jakobsmuscheln, Wagyu-Spieße, Uni (Seeigel), Erdbeeren und Tamagoyaki. Der Markt ist sehr touristisch und die Preise sind höher als früher, aber das Probieren macht Spaß. Komm am Vormittag, denn viele Stände schließen am späten Nachmittag.
Shinsekai
Das Viertel Shinsekai („neue Welt“) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Vorbild von Paris und New York gebaut. Heute wirkt es nostalgisch und etwas schrill. Unter dem Turm Tsutenkaku reihen sich Kushikatsu-Restaurants, Spielhallen und Shogi-Clubs. Die Statue des Glücksgottes Billiken soll Glück bringen, wenn du ihre Fußsohlen berührst.
Weitere Food-Viertel
- Tenjinbashi-suji: Eine der längsten Einkaufsstraßen Japans mit günstigen Imbissen
- Ura-Namba: Kleine Izakaya und Bars in den Gassen hinter dem Bahnhof Namba
- Fukushima: Ein Viertel mit Yakitori-Lokalen und Weinbars, beliebt bei Einheimischen
- Tsuruhashi: Osakas Koreatown mit Barbecue und Kimchi
Nachtleben
Osaka hat ein vielfältiges Nachtleben. In Izakaya, japanischen Kneipen, bestellt man viele kleine Gerichte zum Teilen, dazu Bier, Highballs oder Sake. Viele bieten „Nomihodai“ an, eine Getränkeflatrate für eine bestimmte Zeit. In Amerikamura und rund um Shinsaibashi gibt es Bars und Clubs, in Hozenji Yokocho eine schöne, ruhige Gasse mit Laternen und einem moosbewachsenen Tempel. Karaoke-Boxen findest du an jeder Ecke.
Food-Touren
Eine geführte Food-Tour durch Dotonbori, Shinsekai oder Ura-Namba ist ideal, um Gerichte kennenzulernen und Lokale zu finden, die du allein vielleicht nicht entdecken würdest. Kochkurse für Okonomiyaki oder Takoyaki sind ebenfalls beliebt.
Etikette beim Essen
- Nicht im Gehen essen, an Ständen bleibt man meist stehen
- Stäbchen nicht senkrecht in den Reis stecken
- Trinkgeld ist nicht üblich
- Vor manchen Lokalen bildest du eine Schlange, Vordrängeln ist tabu
- Einige Restaurants akzeptieren nur Bargeld
Kosten
Streetfood wie Takoyaki kostet meist umgerechnet drei bis sechs Euro pro Portion. Ein Abend im Izakaya liegt oft bei 20 bis 40 Euro pro Person. Osaka ist insgesamt etwas günstiger als Tokio.
Anreise
Von Wien fliegst du mit einem Umstieg zum Flughafen Kansai. Von dort fährt der Nankai-Zug in rund 40 Minuten nach Namba. Von Tokio bist du mit dem Shinkansen in rund zweieinhalb Stunden in Osaka. Für die Fortbewegung in der Stadt sind IC-Karten wie ICOCA praktisch.
Häufige Fragen
Was muss ich in Osaka unbedingt essen?
Takoyaki, Okonomiyaki und Kushikatsu.
Wo ist das Nachtleben am besten?
In Namba, Dotonbori, Shinsaibashi und Amerikamura.
Ist Osaka gut für vegetarische Reisende?
Es ist möglich, aber viele Gerichte enthalten Dashi aus Fisch. Frage gezielt nach vegetarischen Lokalen.