Island ist eines der eindrucksvollsten Naturreiseziele Europas. Auf einer Insel, die etwas größer ist als Österreich, findest du aktive Vulkane, die größten Gletscher Europas außerhalb der Arktis, schwarze Lavastrände und hunderte Wasserfälle. Dazu kommt eine Kultur, in der Sagen über Trolle und das „verborgene Volk“ der Elfen bis heute einen Platz haben.
Weil Island teuer und das Wetter launisch ist, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Hier erfährst du, welche Route sinnvoll ist, wann du reisen solltest und wie du die Kosten im Griff behältst.
Die Ringstraße: Islands Hauptroute
Die Ringstraße (Route 1) umrundet die Insel auf rund 1.300 Kilometern. Für die komplette Runde solltest du mindestens zehn Tage einplanen, besser zwei Wochen. Wer nur eine Woche hat, konzentriert sich auf den Südwesten und den Süden.
Golden Circle
Der Golden Circle ist die bekannteste Tagestour ab Reykjavík und verbindet drei Highlights:
- Þingvellir-Nationalpark: Hier driften die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte auseinander. Gleichzeitig tagte hier ab 930 das Althing, eines der ältesten Parlamente der Welt.
- Geysir und Strokkur: Der Strokkur bricht etwa alle fünf bis zehn Minuten aus und schleudert Wasser bis zu 20 Meter hoch.
- Gullfoss: Ein mächtiger Wasserfall, der in zwei Stufen in eine Schlucht stürzt.
Südküste
An der Südküste reihen sich die Postkartenmotive: Seljalandsfoss, hinter dem du durchgehen kannst, Skógafoss mit seinen 60 Metern Fallhöhe, der schwarze Strand von Reynisfjara mit Basaltsäulen und das Dorf Vík. Achtung: In Reynisfjara sind die sogenannten Sneaker Waves lebensgefährlich. Halte immer großen Abstand zum Wasser.
Gletscher und Lagunen im Südosten
Der Vatnajökull ist der größte Gletscher Islands. An der Gletscherlagune Jökulsárlón treiben Eisberge Richtung Meer, am benachbarten Diamond Beach liegen Eisbrocken auf schwarzem Sand. Im Winter kannst du mit einem zertifizierten Guide Eishöhlen besuchen, im Sommer sind Gletscherwanderungen im Skaftafell-Gebiet beliebt.
Ostfjorde und der Norden
Die Ostfjorde sind ruhiger und bieten kleine Fischerdörfer wie Seyðisfjörður. Im Norden liegt der Mývatn-See mit Pseudokratern, Lavafeldern und dem Mývatn Nature Bath. Ganz in der Nähe stürzt der Dettifoss, der als einer der wasserreichsten Wasserfälle Europas gilt. Von Húsavík aus starten im Sommer Walbeobachtungstouren.
Snæfellsnes-Halbinsel
Wer Zeit hat, fährt zusätzlich auf die Halbinsel Snæfellsnes mit dem Berg Kirkjufell, dem Gletschervulkan Snæfellsjökull und kleinen Fischerorten. Sie wird oft „Island im Kleinformat“ genannt.
Beste Reisezeit für Island
- Juni bis August: Mitternachtssonne, alle Straßen inklusive Hochland (F-Straßen) sind meist offen, Papageitaucher brüten an den Klippen. Dafür ist es am vollsten und am teuersten.
- September und Oktober: Weniger Menschen, Herbstfarben und erste Chancen auf Nordlichter. Ein sehr guter Kompromiss.
- November bis März: Nordlicht-Saison und Eishöhlen. Die Tage sind kurz, Stürme und vereiste Straßen können Pläne kippen. Die Ringstraße ist mit Erfahrung im Winterfahren machbar, aber nicht für jeden.
- April und Mai: Länger werdende Tage und Nebensaisonpreise, das Hochland ist noch gesperrt.
Mietwagen, Camper oder Bus?
Ein Mietwagen ist auf Island fast unverzichtbar, weil der öffentliche Verkehr außerhalb von Reykjavík dünn ist. Für die Ringstraße im Sommer reicht ein normales Auto. Auf den F-Straßen im Hochland ist ein Allradfahrzeug vorgeschrieben. Prüfe vor jeder Fahrt den Straßenzustand auf umferdin.is und das Wetter auf vedur.is.
Ein Campervan spart Hotelkosten. Wildcampen mit Fahrzeugen ist allerdings verboten, du musst offizielle Campingplätze nutzen. Ohne eigenes Fahrzeug buchst du am besten Touren ab Reykjavík, etwa für den Golden Circle oder die Südküste.
Was kostet eine Island Reise?
Island gehört zu den teuersten Reiseländern Europas. Grobe Richtwerte, die je nach Saison stark schwanken:
- Doppelzimmer in einem Gästehaus: häufig 150 bis 250 Euro pro Nacht im Sommer
- Mietwagen: im Sommer oft 70 bis 150 Euro pro Tag, Allrad deutlich mehr
- Hauptgericht im Restaurant: meist 30 bis 45 Euro
Sparen kannst du, indem du in Supermärkten wie Bónus oder Krónan einkaufst, Unterkünfte mit Küche wählst und außerhalb der Hauptsaison reist. Leitungswasser ist überall ausgezeichnet, eine Trinkflasche spart viel Geld.
Elfen, Sagen und isländische Kultur
Viele Isländer nehmen die Geschichten über das „huldufólk“, das verborgene Volk, mit einem Augenzwinkern, aber auch mit Respekt. Es gibt Fälle, in denen Straßenprojekte angepasst wurden, um vermeintliche Elfensteine nicht zu stören. In Hafnarfjörður werden Touren zu angeblichen Elfenwohnorten angeboten.
Ein Besuch in einem der vielen Thermalbäder ist ebenfalls Teil der Kultur. Neben der bekannten Blauen Lagune gibt es günstigere und oft authentischere Alternativen wie die Sky Lagoon bei Reykjavík, das Secret Lagoon in Flúðir oder die öffentlichen Freibäder, die es in fast jedem Ort gibt.
Reykjavík: mehr als nur Startpunkt
Die Hauptstadt ist klein, bunt und gut zu Fuß zu erkunden. Sehenswert sind die Hallgrímskirkja mit Blick über die Dächer, das Konzerthaus Harpa am Hafen und die Einkaufsstraße Laugavegur. Probiere einen isländischen Hot Dog, Skyr und frischen Fisch. Ab Reykjavík starten Walbeobachtungen und im Winter Nordlicht-Touren.
Packliste für Island
- Wasserdichte Jacke und Hose, auch im Sommer
- Mehrere Schichten aus Wolle oder Funktionsmaterial
- Feste, wasserdichte Wanderschuhe
- Badebekleidung für die Thermalbäder
- Schlafmaske für die hellen Sommernächte
Häufige Fragen zur Island Reise
Wie viele Tage brauche ich für die Ringstraße?
Zehn Tage sind das Minimum, damit du nicht nur im Auto sitzt. Mit 14 Tagen hast du Zeit für Snæfellsnes, Wanderungen und Puffer für schlechtes Wetter.
Wann sieht man in Island Nordlichter?
Von etwa Ende August bis Mitte April, wenn es nachts dunkel ist. Du brauchst einen klaren Himmel und Sonnenaktivität. Die Nordlicht-Vorhersage auf vedur.is hilft bei der Planung.
Ist Island für eine Reise mit kleinem Budget geeignet?
Island ist teuer, aber mit Selbstversorgung, Campingplätzen und Reisen in der Nebensaison deutlich günstiger machbar. Plane trotzdem mit spürbar höheren Kosten als in Mitteleuropa.