Iriomote gehört zu den Yaeyama-Inseln ganz im Süden Okinawas, näher an Taiwan als an Tokio. Rund 90 Prozent der Insel sind von subtropischem Dschungel und Mangroven bedeckt, Teile davon sind seit 2021 UNESCO-Weltnaturerbe. Es gibt nur eine Küstenstraße, keine Hochhäuser und kaum Nachtleben. Genau deshalb ist Iriomote eine perfekte Auszeit für alle, die das moderne Japan einmal ganz anders erleben möchten.
Natur auf Iriomote
Mangrovenwälder und Flüsse
Die Insel besitzt die größten Mangrovenwälder Japans. Am Urauchi-Fluss und am Nakama-Fluss fahren Ausflugsboote und Kajaktouren durch die grünen Kanäle. Viele Touren kombinieren eine Paddelstrecke mit einer Dschungelwanderung zu Wasserfällen.
Wasserfälle
Am Urauchi-Fluss erreichst du die Wasserfälle Mariyudo und Kanpire nach einer Bootsfahrt und einer Wanderung. Der Pinaisara-Wasserfall ist der höchste Okinawas und wird meist mit Kajak und Fußweg angesteuert. Von oben blickst du über die Mangroven bis zum Meer.
Die Iriomote-Katze
Auf der Insel lebt die Iriomote-Katze, eine stark bedrohte Wildkatzenart, die nur hier vorkommt. Man sieht sie nur selten. Achte auf die Schilder entlang der Straßen und fahre besonders nachts langsam, denn Verkehrsunfälle sind eine Gefahr für die Tiere.
Strände und Schnorcheln
- Hoshizuna-no-Hama: Der „Sternsandstrand“, an dem winzige sternförmige Gehäuse von Einzellern liegen, mit gutem Schnorcheln bei Flut
- Tsukigahama: Ein ruhiger, sichelförmiger Strand an der Nordküste
- Barasu-Insel: Eine kleine Insel aus Korallenbruchstücken, per Bootstour erreichbar und umgeben von Riffen
Die Korallen rund um Iriomote gehören zu den artenreichsten Japans. Viele Anbieter verbinden Schnorcheln mit Mantarochen-Touren im Sekisei-Lagunengebiet.
Yubu-Insel: mit dem Büffelkarren übers Meer
Vor der Ostküste liegt die kleine Insel Yubu. Bei Ebbe und Flut gelangst du mit einem Wasserbüffelkarren durch das seichte Wasser hinüber, oft begleitet von einem Fahrer, der traditionelle Lieder auf der Sanshin spielt. Auf der Insel gibt es einen botanischen Garten. Der Ausflug ist touristisch, aber charmant.
Anreise nach Iriomote
Iriomote hat keinen Flughafen. Du fliegst nach Ishigaki, zum Beispiel über Tokio, Osaka oder Okinawa-Hauptinsel (Naha). Vom Hafen in Ishigaki fahren Fähren in etwa 40 bis 50 Minuten zu den Häfen Ohara im Südosten und Uehara im Norden. Bei schlechtem Wetter fallen Verbindungen nach Uehara häufiger aus, dann wird auf Ohara ausgewichen.
Unterwegs auf der Insel
Ein Mietauto ist praktisch, da die Linienbusse selten fahren. Japan verlangt einen internationalen Führerschein. Viele Unterkünfte und Touranbieter holen dich am Hafen ab. Plane die Ausflüge im Voraus, denn ohne Guide sind viele Ziele wie Pinaisara nur schwer zugänglich. Für einige Wege im Schutzgebiet gibt es Zugangsregelungen, die Anbieter kennen die aktuellen Bestimmungen.
Beste Reisezeit
Iriomote ist subtropisch. Die beste Zeit sind April bis Juni sowie Oktober und November. Mai bis Mitte Juni ist Regenzeit, von Juli bis September herrscht Hochsaison mit großer Hitze, und Taifune können Fähren und Flüge stoppen. Im Winter ist es mild, aber oft bewölkt und windig.
Unterkunft und Kosten
Es gibt Minshuku (familiengeführte Pensionen), kleine Hotels und wenige Resorts. Die Auswahl ist begrenzt, buche also früh, besonders in der japanischen Ferienzeit um die Golden Week Anfang Mai und im August. Restaurants schließen abends früh. Ein Supermarkt in Uehara oder Ohara hilft beim Selbstversorgen. Für Touren wie Kajak mit Wasserfall solltest du ein spürbares Budget einplanen.
Iriomote mit anderen Inseln kombinieren
Von Ishigaki aus erreichst du weitere Yaeyama-Inseln wie Taketomi mit traditionellen Häusern und Sandwegen oder Kohama. Eine Woche auf den Inseln lässt sich perfekt mit einer Städtereise kombinieren, etwa nach Osaka.
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte ich auf Iriomote bleiben?
Mindestens zwei bis drei Nächte, damit du eine Kajaktour, einen Strandtag und den Ausflug nach Yubu machen kannst.
Ist Iriomote für einen Tagesausflug geeignet?
Von Ishigaki werden Tagestouren angeboten. Die Magie der Insel erlebst du aber erst bei einer Übernachtung.
Spricht man auf Iriomote Englisch?
Nur eingeschränkt. Eine Übersetzungs-App und Buchungen über Plattformen erleichtern die Planung.