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Karibik

Die Geschichte Kubas: Von den Taíno über die Revolution bis heute

Taíno, Spanier, Afrikaner und die Revolution: Ein Überblick über die Geschichte Kubas und die Orte, an denen du sie heute auf der Insel erleben kannst.

amuvo Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Kuba
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Kuba ist die größte Insel der Karibik, und ihre Geschichte ist so vielschichtig wie ihre Kultur. Indigene Völker, spanische Eroberer, afrikanische Versklavte, chinesische Arbeiter, Einwanderer aus Europa und der Einfluss der USA haben das Land geprägt. Das Ergebnis ist eine einzigartige Mischung aus Musik, Religion, Architektur und Küche. Wer die Geschichte kennt, versteht Kuba auf Reisen besser. Praktische Tipps für deine Reise findest du in unserem Beitrag Kuba: ein karibisches Paradies.

Die Taíno und die Ankunft der Spanier

Vor der Ankunft der Europäer lebten auf Kuba Völker wie die Taíno und die Guanahatabey. 1492 erreichte Christoph Kolumbus auf seiner ersten Reise die Nordostküste. Ab 1511 eroberten die Spanier unter Diego Velázquez die Insel und gründeten die ersten Städte, darunter Baracoa, Bayamo, Trinidad, Santiago de Cuba und Havanna. Gewalt, Zwangsarbeit und eingeschleppte Krankheiten dezimierten die indigene Bevölkerung dramatisch. Der Taíno-Häuptling Hatuey, der Widerstand leistete, gilt heute als erster Nationalheld Kubas.

Havanna und die Kolonialzeit

Dank ihres geschützten Hafens wurde Havanna zum wichtigsten Sammelpunkt der spanischen Silberflotten auf dem Weg nach Europa. Mächtige Festungen wie das Castillo de los Tres Reyes del Morro und die Fortaleza de San Carlos de la Cabaña schützten die Stadt vor Piraten und rivalisierenden Mächten. 1762 besetzten die Briten Havanna für knapp ein Jahr. Die Altstadt von Havanna mit ihren Festungen ist heute UNESCO-Welterbe. Jeden Abend um 21 Uhr wird auf der Cabaña der traditionelle Kanonenschuss, der Cañonazo, abgefeuert.

Zucker, Tabak und Sklaverei

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Kuba zu einem der größten Zuckerproduzenten der Welt. Die Plantagen beruhten auf der Arbeit von Hunderttausenden Menschen, die aus Afrika verschleppt und versklavt wurden. Die Sklaverei wurde erst 1886 abgeschafft. Die afrikanischen Wurzeln prägen Kuba bis heute, in der Religion Santería, die Yoruba-Gottheiten mit katholischen Heiligen verbindet, in der Musik und im Tanz. Im Valle de los Ingenios bei Trinidad, UNESCO-Welterbe, erinnern Ruinen von Zuckermühlen und der Turm von Manaca Iznaga an diese Zeit. Im Tal von Viñales wird bis heute Tabak für die berühmten Zigarren angebaut.

Unabhängigkeitskriege

1868 begann mit dem Aufruf von Carlos Manuel de Céspedes, der seine Sklaven freiließ, der erste Unabhängigkeitskrieg, der Zehnjährige Krieg. Der Dichter und Freiheitskämpfer José Martí organisierte den Unabhängigkeitskrieg von 1895 und fiel kurz nach dessen Beginn. Er ist bis heute der wichtigste Nationalheld Kubas, seine Büste steht in fast jedem Ort. 1898 griffen die USA nach der Explosion des Kriegsschiffs Maine im Hafen von Havanna ein, Spanien verlor die Kolonie.

Republik und US-Einfluss

1902 wurde Kuba formell unabhängig, doch die USA behielten durch das Platt Amendment großen Einfluss und pachteten die Bucht von Guantánamo. In den folgenden Jahrzehnten prägten US-Investitionen, Zuckerexporte und Tourismus das Land. In den 1950er-Jahren war Havanna unter dem Diktator Fulgencio Batista für Casinos, Nachtclubs und Hotels bekannt, während große Teile der Bevölkerung in Armut lebten. Aus dieser Zeit stammen viele der amerikanischen Oldtimer, die heute durch Havanna fahren.

Die Revolution

1953 griff Fidel Castro mit Anhängern die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba an, der Angriff scheiterte. 1956 landeten Castro, sein Bruder Raúl, Che Guevara und weitere Kämpfer mit der Yacht Granma an der Küste. Vom Gebirge der Sierra Maestra aus führten sie einen Guerillakrieg. Am 1. Januar 1959 floh Batista, und die Revolutionäre übernahmen die Macht. In Santa Clara erinnert ein Mausoleum an Che Guevara, der die entscheidende Schlacht dort führte.

Kalter Krieg

Die neue Regierung verstaatlichte Unternehmen und näherte sich der Sowjetunion an. Die USA verhängten ein Handelsembargo, das bis heute in Kraft ist. 1961 scheiterte die von den USA unterstützte Invasion in der Schweinebucht. 1962 brachte die Kubakrise um sowjetische Atomraketen die Welt an den Rand eines Atomkriegs. Die Regierung führte umfangreiche Bildungs- und Gesundheitsprogramme ein, schränkte aber politische Freiheiten stark ein. Viele Kubaner wanderten aus, besonders nach Florida.

Sonderperiode und Gegenwart

Nach dem Zerfall der Sowjetunion stürzte Kuba in den 1990er-Jahren in eine schwere Wirtschaftskrise, die „Sonderperiode“. Der Tourismus wurde zu einer wichtigen Einnahmequelle. 2008 übernahm Raúl Castro die Führung von seinem Bruder Fidel, der 2016 starb. Seit 2019 ist Miguel Díaz-Canel Präsident. Das Land erlebt seit einigen Jahren erneut eine schwere Wirtschaftskrise mit Engpässen bei Lebensmitteln, Medikamenten und Strom sowie eine hohe Auswanderung.

Geschichte vor Ort erleben

  • Havanna: Altstadt, Festungen, das Revolutionsmuseum im ehemaligen Präsidentenpalast und die Plaza de la Revolución
  • Trinidad: Eine der besterhaltenen Kolonialstädte Amerikas
  • Santiago de Cuba: Moncada-Kaserne, Friedhof Santa Ifigenia mit den Gräbern von Martí und Fidel Castro, afro-kubanische Kultur
  • Santa Clara: Che-Guevara-Mausoleum
  • Baracoa: Die erste spanische Siedlung auf Kuba
  • Cienfuegos: Eine von französischen Einwanderern gegründete Stadt, UNESCO-Welterbe

Reisen nach Kuba heute

Wegen der Wirtschaftskrise kann es zu Stromausfällen und Versorgungsengpässen kommen. Private Unterkünfte, die Casas Particulares, bieten oft den besten Einblick in den Alltag und unterstützen Familien direkt. Informiere dich vor der Reise über die aktuellen Reisehinweise des BMEIA, die Bezahlmöglichkeiten und Einreiseformalitäten.

Weitere Karibikziele findest du in unseren Beiträgen über die Dominikanische Republik und Grand Cayman.

Häufige Fragen

Wann wurde Kuba unabhängig?

Spanien verlor Kuba 1898 im Spanisch-Amerikanischen Krieg. Nach einer US-Besatzung wurde Kuba 1902 formell unabhängig.

Warum fahren in Kuba so viele Oldtimer?

Nach der Revolution und dem US-Embargo konnten kaum neue Autos importiert werden, viele amerikanische Wagen aus den 1950er-Jahren wurden über Jahrzehnte repariert.

Was ist Santería?

Eine afro-kubanische Religion, die Yoruba-Gottheiten, die Orishas, mit katholischen Heiligen verbindet.

Unterkünfte in Havanna

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