Der Norden Vietnams bietet einige der spektakulärsten Landschaften Asiens. Kalksteinfelsen ragen aus dem Meer der Halong-Bucht, Reisfelder liegen zwischen Karsttürmen in Ninh Binh, und in den Bergen von Sapa und Ha Giang ziehen sich Terrassen bis zum Horizont. Alles ist von Hanoi aus in wenigen Stunden erreichbar. So planst du deine Reise durch Nordvietnam.
Halong-Bucht und Lan-Ha-Bucht
Die Halong-Bucht ist UNESCO-Weltnaturerbe und das bekannteste Reiseziel Vietnams. Rund 1.600 Inseln und Felsen erheben sich aus dem smaragdgrünen Wasser. Eine Kreuzfahrt mit Übernachtung an Bord ist die schönste Art, die Bucht zu erleben: Kajakfahren zwischen den Felsen, Höhlen wie die Sung-Sot-Höhle und Sonnenaufgang auf dem Deck.
Weil die Halong-Bucht sehr beliebt ist, weichen viele Reisende in die benachbarte Lan-Ha-Bucht bei der Insel Cat Ba aus. Sie ist landschaftlich ebenso schön, aber ruhiger. Auch die Bai-Tu-Long-Bucht im Nordosten gilt als weniger überlaufene Alternative.
Tipp: Wähle eine Kreuzfahrt, die nicht nur die Standardroute fährt, und achte auf Bewertungen zu Sicherheit und Umweltschutz.
Ninh Binh: Halong-Bucht an Land
Rund zwei Stunden südlich von Hanoi liegt Ninh Binh. Die Region wird wegen ihrer Karstberge zwischen Reisfeldern oft „Halong-Bucht an Land“ genannt.
- Trang An: Ruderboote fahren durch Höhlen und an Tempeln vorbei, Teil eines UNESCO-Welterbes
- Tam Coc: Bootstouren auf dem Fluss zwischen Reisfeldern, besonders schön zur Erntezeit im Mai und Juni
- Hang Mua: Rund 500 Stufen führen zu einem Aussichtspunkt mit Drachenskulptur und Blick über das Tal
- Bai Dinh: Eine der größten buddhistischen Tempelanlagen Vietnams
- Hoa Lu: Die alte Hauptstadt des 10. und 11. Jahrhunderts
Übernachte mindestens eine Nacht in einem Homestay zwischen den Reisfeldern und erkunde die Gegend mit dem Fahrrad.
Sapa: Reisterrassen und Bergvölker
Sapa liegt auf rund 1.500 Metern in den Hoang-Lien-Son-Bergen nahe der chinesischen Grenze. Die Stadt selbst ist touristisch geworden, doch die Täler rund um Muong Hoa mit ihren Reisterrassen und Dörfern der Hmong, Dao und Tay sind atemberaubend. Wanderungen mit lokalen Guides und Übernachtungen in Homestays geben Einblick in das Leben der Bergvölker.
Mit der Seilbahn fährst du auf den Fansipan, mit 3.143 Metern der höchste Berg Indochinas. Wer es sportlich mag, besteigt ihn in einer anspruchsvollen Wanderung.
Ha Giang Loop: das Abenteuer im Norden
Die Provinz Ha Giang an der Grenze zu China ist das Ziel für Abenteurer. Der rund 350 Kilometer lange Ha-Giang-Loop führt über Pässe wie den Ma Pi Leng, entlang der Schlucht des Nho-Que-Flusses und durch Dörfer der Minderheiten. Die meisten Reisenden fahren die Strecke in drei bis vier Tagen mit dem Motorrad, häufig mit einem lokalen Fahrer („Easy Rider“). Selbst fahren solltest du nur mit Motorraderfahrung, gültigem Führerschein und passender Versicherung.
Weitere Ziele im Norden
- Mai Chau: Ein ruhiges Tal mit Stelzenhäusern der Thai-Minderheit
- Ban-Gioc-Wasserfall: Einer der größten Wasserfälle Südostasiens an der Grenze zu China
- Pu Luong: Naturreservat mit Reisterrassen und kaum Tourismus
Routenvorschlag: 10 Tage Nordvietnam
- Tag 1–2: Hanoi
- Tag 3–4: Lan-Ha- oder Halong-Bucht
- Tag 5–6: Ninh Binh
- Tag 7–9: Sapa oder Ha Giang
- Tag 10: Rückkehr nach Hanoi
Für eine Reise durch das ganze Land lies unseren Guide zur Vietnam Rundreise.
Beste Reisezeit für Nordvietnam
Die besten Monate sind März bis Mai und September bis November. Im Sommer ist es heiß, schwül und regnerisch, in der Halong-Bucht können Taifune Kreuzfahrten stoppen. Im Winter (Dezember bis Februar) ist es in Hanoi kühl und oft neblig, in Sapa kann es nahe dem Gefrierpunkt sein. Die Reisterrassen sind von Juni bis September grün und im September und Oktober goldgelb zur Ernte.
Anreise
Ausgangspunkt ist Hanoi. Zur Halong-Bucht bringen dich Shuttlebusse der Kreuzfahrtanbieter in rund zweieinhalb Stunden. Nach Ninh Binh fahren Züge und Busse. Nach Sapa gelangst du mit dem Nachtzug bis Lao Cai oder mit komfortablen Schlafbussen in rund fünf bis sechs Stunden. Nach Ha Giang fahren Busse in etwa sechs bis sieben Stunden.
Häufige Fragen
Halong-Bucht oder Lan-Ha-Bucht?
Die Halong-Bucht ist berühmter, die Lan-Ha-Bucht ruhiger und landschaftlich ebenso schön. Für Kajak und Ruhe ist Lan Ha die bessere Wahl.
Lohnt sich ein Tagesausflug in die Halong-Bucht?
Möglich ist es, aber wegen der langen Anfahrt lohnt sich eine Übernachtung an Bord deutlich mehr.
Sapa oder Ha Giang?
Sapa eignet sich für Wanderungen und Homestays, Ha Giang für eine Rundreise mit spektakulären Pässen und weniger Touristen.