Thailand ist weit mehr als Strände und Tempel. Über hundert Nationalparks schützen Regenwälder, Berge, Wasserfälle und Meeresgebiete. Wer Natur erleben will, findet hier Elefanten in freier Wildbahn, Gibbons, Nashornvögel und Landschaften, die zu den schönsten Südostasiens gehören. Diese Parks lohnen sich besonders.
Khao Sok: Dschungel und schwimmende Bungalows
Der Khao-Sok-Nationalpark im Süden gilt als einer der ältesten Regenwälder der Welt. Im Zentrum liegt der Cheow-Lan-Stausee, aus dem bis zu mehrere hundert Meter hohe Kalksteinfelsen ragen. Ein Höhepunkt ist eine Übernachtung in einem schwimmenden Bungalow auf dem See. Morgens, wenn Nebel über dem Wasser liegt, hörst du Gibbons im Wald rufen.
Im Park wächst mit etwas Glück die riesige Rafflesia-Blüte. Geführte Dschungelwanderungen, Kanutouren und Höhlenbesuche gehören zum Programm. Khao Sok liegt günstig zwischen Khao Lak, Phuket und Surat Thani und lässt sich gut mit einem Strandurlaub verbinden, zum Beispiel in Khao Lak.
Khao Yai: Elefanten und Wasserfälle nahe Bangkok
Nur etwa drei Autostunden von Bangkok entfernt liegt Khao Yai, der älteste Nationalpark des Landes und Teil eines UNESCO-Welterbes. Hier leben wilde Elefanten, Makaken, Hornvögel und Gibbons. Der Haew-Narok- und der Haew-Suwat-Wasserfall sind besonders in der Regenzeit beeindruckend. Am besten erkundest du den Park mit einem Guide oder Mietwagen, früh morgens oder in der Dämmerung.
Doi Inthanon: das Dach Thailands
Im Norden bei Chiang Mai liegt der Doi Inthanon, mit rund 2.565 Metern der höchste Berg Thailands. Der Nationalpark bietet Nebelwald, Wasserfälle wie Wachirathan und die beiden königlichen Pagoden mit Blick über die Berge. Auf dem Gipfel kann es in den Wintermonaten empfindlich kalt werden. Der Kew-Mae-Pan-Naturpfad ist einer der schönsten kurzen Wanderwege des Landes, aber meist nur in der Trockenzeit geöffnet und nur mit lokalem Guide begehbar.
Erawan: Wasserfall mit sieben Stufen
Westlich von Bangkok in der Provinz Kanchanaburi liegt der Erawan-Nationalpark. Sein Wasserfall stürzt über sieben Stufen, in deren türkisfarbenen Becken du baden kannst. Kombiniere den Besuch mit Kanchanaburi, der Brücke am Kwai und der Todesbahn.
Ang Thong: Inselwelt im Golf von Thailand
Der Ang-Thong-Meeresnationalpark besteht aus rund 40 Inseln vor Koh Samui. Kajakfahren zwischen den Felsen, Schnorcheln und der Aufstieg zum Aussichtspunkt auf Koh Wua Talab gehören zu jeder Tagestour. Die smaragdgrüne Salzwasserlagune auf Koh Mae Ko ist ein Highlight.
Similan- und Surin-Inseln: Unterwasserwelt
Für Taucher und Schnorchler sind die Similan-Inseln und die Surin-Inseln in der Andamanensee die besten Meeresparks des Landes. Sie sind nur in der Saison von etwa Mitte Oktober bis Mitte Mai geöffnet.
Weitere Parks für Entdecker
- Sam Roi Yot: Bekannt für die Phraya-Nakhon-Höhle mit einem Pavillon im Lichtkegel
- Kaeng Krachan: Der größte Nationalpark Thailands und ein Paradies für Vogelbeobachter
- Phi Phi (Hat Noppharat Thara–Mu Ko Phi Phi): Mit der Maya Bay, die nach Jahren der Schließung nur noch reguliert besucht werden darf
Beste Reisezeit für Thailands Nationalparks
Die angenehmste Zeit ist die kühle Trockenzeit von November bis Februar. Wasserfälle sind am Ende der Regenzeit von etwa September bis November am eindrucksvollsten. Meeresparks wie die Similan-Inseln sind in der Monsunzeit geschlossen. Einzelne Wege und Bereiche schließen außerdem saisonal zum Schutz der Natur.
Eintritt und praktische Tipps
- Für ausländische Besucher gilt ein höherer Eintrittspreis als für Thais. Nimm Bargeld mit.
- Steige mit einem lokalen Guide ein, besonders für Dschungelwanderungen. Das erhöht die Chance auf Tierbeobachtungen und unterstützt die Region.
- Gegen Blutegel in der Regenzeit helfen lange Socken über der Hose.
- Füttere keine Affen und halte großen Abstand zu wilden Elefanten, auch im Auto.
- Meide Angebote mit Elefantenreiten. Seriöse Schutzstationen ermöglichen Beobachtung ohne Reiten.
Übernachten im oder am Nationalpark
In vielen Parks gibt es einfache Bungalows und Campingplätze der Nationalparkverwaltung. Außerhalb findest du Resorts in allen Preisklassen, etwa im Ort Khao Sok an der Parkgrenze oder in Pak Chong bei Khao Yai. Die schwimmenden Unterkünfte am Cheow-Lan-See solltest du in der Hochsaison früh reservieren.
Häufige Fragen
Welcher Nationalpark in Thailand ist der schönste?
Khao Sok gilt wegen des Sees mit den Kalksteinfelsen als spektakulärster Park. Für Tierbeobachtungen nahe Bangkok ist Khao Yai die beste Wahl.
Kann man Thailands Nationalparks auf eigene Faust besuchen?
Ja, viele Parks sind mit Mietwagen oder Roller erreichbar. Für Dschungelwanderungen und den Cheow-Lan-See empfiehlt sich ein Guide oder eine organisierte Tour.
Wie viele Tage brauche ich für Khao Sok?
Plane zwei bis drei Tage ein: einen Tag für Wanderungen im Regenwald und eine Übernachtung auf dem See.