Mailand ist Italiens Metropole der Mode, des Designs und der Wirtschaft. Gleichzeitig beherbergt die Stadt einen der größten Dome der Welt, Leonardo da Vincis „Abendmahl“ und lebendige Viertel mit Kanälen und Bars. Viele Reisende bleiben nur auf der Durchreise zu den Seen, dabei lohnt sich Mailand für zwei bis drei Tage. Hier sind die Highlights und Tipps.
Mailänder Dom und Domplatz
Der Mailänder Dom (Duomo di Milano) ist das Wahrzeichen der Stadt. An der gotischen Kathedrale wurde fast sechs Jahrhunderte lang gebaut. Ein Muss ist der Aufstieg auf die Dachterrassen, zu Fuß oder mit dem Lift: Zwischen Türmchen und Statuen hast du bei klarem Wetter einen Blick bis zu den Alpen. Hoch oben thront die vergoldete Madonnina, das Symbol Mailands.
Tipp: Kaufe Tickets online und komm früh. Für das Innere gilt eine Kleiderordnung, Schultern und Knie müssen bedeckt sein.
Galleria Vittorio Emanuele II
Gleich neben dem Dom liegt die Galleria Vittorio Emanuele II, eine der ältesten Einkaufspassagen der Welt mit Glaskuppel und Mosaikboden. Ein Brauch verlangt, sich auf dem Mosaik des Stiers einmal mit der Ferse zu drehen. Das soll Glück bringen. Die Passage verbindet den Domplatz mit der Scala, einem der berühmtesten Opernhäuser der Welt.
Das letzte Abendmahl
Leonardo da Vincis Wandgemälde Das letzte Abendmahl befindet sich im Refektorium neben der Kirche Santa Maria delle Grazie. Der Besuch ist zum Schutz des Werks auf kleine Gruppen und eine kurze Besuchszeit begrenzt. Tickets sind oft Wochen bis Monate im Voraus ausverkauft. Buche frühzeitig über den offiziellen Verkauf oder nutze eine geführte Tour, die Tickets enthält.
Castello Sforzesco und Parco Sempione
Das Castello Sforzesco war Sitz der Herzöge von Mailand. Heute beherbergt es mehrere Museen, darunter Michelangelos letztes Werk, die unvollendete Pietà Rondanini. Dahinter erstreckt sich der Park Sempione mit dem Friedensbogen Arco della Pace.
Brera: Kunst und Kopfsteinpflaster
Das Viertel Brera mit seinen Gassen, Boutiquen und Cafés ist eines der charmantesten der Stadt. Die Pinacoteca di Brera zeigt Meisterwerke wie Raffaels „Vermählung der Jungfrau“ und Caravaggios „Abendmahl in Emmaus“.
Navigli: Kanäle und Aperitivo
Die Navigli sind historische Kanäle im Süden der Stadt, deren Schleusen auf Pläne Leonardos zurückgehen. Heute sind sie Mailands beliebtestes Ausgehviertel. Hier wird der Aperitivo zelebriert: Zu einem Drink wie Spritz oder Negroni Sbagliato gibt es Snacks oder ein Buffet. Am letzten Sonntag des Monats findet entlang des Naviglio Grande ein großer Antiquitätenmarkt statt.
Mode und Shopping
Im Quadrilatero della Moda zwischen Via Montenapoleone, Via della Spiga, Via Manzoni und Corso Venezia sitzen die großen Modehäuser. Erschwinglicher ist der Corso Buenos Aires, eine der längsten Einkaufsstraßen Europas. Während der Fashion Weeks im Februar und September ist die Stadt besonders lebendig, Hotels sind dann aber teuer.
Modernes Mailand
Im Viertel Porta Nuova stehen moderne Wolkenkratzer und der Bosco Verticale, zwei mit Bäumen bepflanzte Wohntürme. Die Fondazione Prada im Süden zeigt zeitgenössische Kunst in einer umgebauten Destillerie.
Essen in Mailand
- Risotto alla milanese: Mit Safran, oft zusammen mit Ossobuco serviert
- Cotoletta alla milanese: Das Mailänder Kalbskotelett, Verwandter des Wiener Schnitzels
- Panzerotti: Frittierte Teigtaschen, berühmt bei Luini nahe dem Dom
- Panettone: Der Weihnachtskuchen stammt aus Mailand
Tagesausflüge
Mailand ist der perfekte Ausgangspunkt für den Comer See (Como und Bellagio), den Lago Maggiore mit den Borromäischen Inseln und Städte wie Bergamo oder Verona. Mit dem Zug sind alle in ein bis zwei Stunden erreichbar.
Anreise und Fortbewegung
Mailand hat die Flughäfen Malpensa, Linate und Bergamo-Orio al Serio. Von Österreich aus ist auch die Zugverbindung über den Brenner und Verona eine gute Option. In der Stadt nutzt du am besten die Metro, die Straßenbahn und deine Füße. Die Altstadt ist durch die Zone Area C mit Autos gebührenpflichtig.
Beste Reisezeit
Am angenehmsten sind April bis Juni sowie September und Oktober. Im August ist es heiß und viele Einheimische sind im Urlaub, einige Geschäfte schließen. Im Dezember locken Weihnachtsmarkt und Panettone.
Häufige Fragen
Wie viele Tage brauche ich für Mailand?
Zwei volle Tage reichen für Dom, Abendmahl, Brera und Navigli. Mit einem dritten Tag schaffst du einen Ausflug an den Comer See.
Ist Mailand teuer?
Mailand gehört zu den teureren Städten Italiens. Mit Aperitivo statt Abendessen und Übernachtung außerhalb des Zentrums sparst du deutlich.
Wie bekomme ich Tickets für das Abendmahl?
Am sichersten über den offiziellen Vorverkauf, sobald die neuen Kontingente freigeschaltet werden, oder über geführte Touren mit garantiertem Einlass.