Venedig ist eine Stadt ohne Autos, erbaut auf über 100 Inseln in einer Lagune und durchzogen von rund 150 Kanälen. Seit Jahrhunderten zieht die Lagunenstadt Reisende in ihren Bann. Heute kämpft Venedig mit dem Massentourismus, doch wer früh aufsteht, abseits der Hauptwege geht und über Nacht bleibt, erlebt eine stille, magische Stadt. Für Reisende aus Österreich ist Venedig mit Zug und Auto gut erreichbar.
Markusplatz und Dogenpalast
Der Markusplatz ist das Herz Venedigs. Die Basilica di San Marco mit ihren goldenen Mosaiken ist eine der prachtvollsten Kirchen Europas. Daneben steht der Dogenpalast, Sitz der Regierung der Republik Venedig über Jahrhunderte. Von hier führt die Seufzerbrücke ins ehemalige Gefängnis. Vom Campanile blickst du über die Dächer und die Lagune. Reserviere Tickets online, um Wartezeiten zu vermeiden.
Canal Grande und Rialto
Der Canal Grande schlängelt sich in S-Form durch die Stadt, gesäumt von Palästen. Die günstigste Art, ihn zu erleben, ist die Vaporetto-Linie 1, ein Wasserbus, der langsam an allen Haltestellen hält. Die Rialtobrücke ist die älteste der vier Brücken über den Kanal. In der Nähe liegt der Rialtomarkt mit Fisch und Gemüse, am Vormittag am lebhaftesten.
Gondelfahrt
Eine Gondelfahrt ist teuer, aber für viele ein unvergessliches Erlebnis. Die Preise sind offiziell festgelegt, für rund 30 Minuten zahlst du für die Gondel, nicht pro Person, nach 19 Uhr ist es teurer. Bis zu fünf Personen passen in eine Gondel. Eine günstige Alternative ist der Traghetto, eine Gondelfähre, die an einigen Stellen für wenige Euro über den Canal Grande setzt.
Weitere Sehenswürdigkeiten
- Gallerie dell'Accademia: Venezianische Malerei von Bellini, Tizian und Tintoretto
- Peggy Guggenheim Collection: Moderne Kunst in einem Palazzo am Canal Grande
- Santa Maria della Salute: Die barocke Kuppelkirche am Eingang des Kanals
- Scuola Grande di San Rocco: Mit Gemäldezyklen von Tintoretto
- Libreria Acqua Alta: Eine Buchhandlung mit Büchern in Gondeln und Badewannen
- Scala Contarini del Bovolo: Eine spiralförmige Außentreppe
Viertel abseits der Massen
- Cannaregio: Mit dem jüdischen Ghetto, dem ältesten der Welt, und Bars an der Fondamenta della Misericordia
- Castello: Ruhige Wohnviertel, das Arsenal und die Giardini der Biennale
- Dorsoduro: Studentenviertel mit der Zattere-Promenade und dem Campo Santa Margherita
Inseln der Lagune
- Murano: Berühmt für Glasbläserei, mit Werkstätten und dem Glasmuseum
- Burano: Bunte Fischerhäuser und Spitzenklöppelei
- Torcello: Eine fast verlassene Insel mit einer byzantinischen Kathedrale
- Lido: Ein langer Badestrand und Austragungsort des Filmfestivals
- San Giorgio Maggiore: Mit einem der besten Blicke auf den Markusplatz
Cicchetti und Bacari
Statt in überteuerten Restaurants am Markusplatz isst du in Venedig am besten in einem Bacaro, einer traditionellen Weinbar. Hier gibt es Cicchetti, kleine Häppchen wie Crostini mit Baccalà mantecato (Stockfischcreme), Sarde in saor (marinierte Sardinen) und frittierte Meeresfrüchte. Dazu trinkt man ein Glas Wein, „un'ombra“, oder einen Spritz, der in Venedig erfunden worden sein soll.
Eintrittsgebühr und Regeln
An bestimmten Tagen mit großem Andrang müssen Tagesbesucher eine Eintrittsgebühr zahlen. Wer in Venedig übernachtet, ist befreit, muss sich aber registrieren. Die Kalendertage und Preise werden jährlich festgelegt, informiere dich auf der offiziellen Website der Stadt. Zudem sind Reisegruppen begrenzt, und das Sitzen auf Brücken, Picknicks an Denkmälern und das Baden in Kanälen sind verboten.
Beste Reisezeit
Am schönsten ist Venedig im Frühling und Herbst, an Werktagen und am frühen Morgen. Im Herbst und Winter kann Acqua alta, Hochwasser, auftreten, das Hochwasserschutzsystem MOSE hat die Überflutungen jedoch deutlich reduziert. Der Karneval im Februar und die Biennale sind besondere Höhepunkte.
Anreise ab Österreich
Von Wien fährst du mit dem Zug nach Venezia Santa Lucia, mit Direktverbindungen oder einem Umstieg in Villach. Mit dem Auto über Villach und Udine bist du in rund sechs Stunden in Venedig. Parkplätze gibt es am Piazzale Roma, am Tronchetto oder günstiger in Mestre. Mehr Inspiration für Italien findest du im Beitrag über Mailand und unsere Tipps für Rom.
Häufige Fragen
Wie viele Tage brauche ich für Venedig?
Zwei bis drei Tage, mit einer Übernachtung in der Stadt.
Lohnt sich die Gondelfahrt?
Für ein besonderes Erlebnis ja. Wer sparen möchte, nutzt Traghetto oder Vaporetto.
Ist Venedig teuer?
Unterkünfte und Restaurants in der Altstadt sind teuer. Günstiger isst du in Bacari und übernachtest in Mestre.